Donnerstag, 9. Oktober 2008

woanders

„Ich bin hier woanders.“ Das war mein Versuch, eine Situation zu beschreiben, die durch den Lauf der Dinge ihre Bedeutung geändert hatte.
„Das läuft jetzt wieder anders für mich.“ Von Anfang an hatte ich doch gewusst, dass es so kommen würde, hatte es trotzdem getan und jetzt wand ich mich unter meinen eigenen absolut positiven Entscheidungen. Ich war jetzt wieder woanders.
In der Zeitspanne die mir für eine bestimmte Erfahrung gegeben worden war, hatte ich mich ganz gut vorangearbeitet. Durchschnittlich hatte ich etwa 0,27 ml Tränen pro Tag vergossen aus Gründen wie Heimweh, Angst, Wut und Freude. Als Bilanz durchaus zufriedenstellend. Nun blickte ich auf diese emotionale Lohnerhöhung zurück und erkannte, dass diese nun wohl für eine etwas umfassendere Trockenzeit ausreichen musste. Denn ich war jetzt wieder woanders.

Dienstag, 8. Juli 2008

Anleitung

Ich will nur dass dein Herz springt
nicht unbedingt für mich
aber einfach irgendwo
von Butterblumenregen singt
Da fehlt nicht viel
so unerhört leicht ist das
du musst nur wollen und lassen
dann sind wir am Ziel
- greifen und fassen.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Pento

Schmerzlich blaue und
so gar nichts
wissende warme
Augenblicke eines
schwer atmenden
wartenden Tages
im Sommer des Gefühls
von Flattern und Gleiten
des Finden von Seiten
die du so noch gar nicht kanntest

Mittwoch, 4. Juni 2008

wissen was wird

Wissen, was wird.
Wollen wir das nicht alle? Ist das nicht der eigentliche Seelenwunsch eines jeden von uns? Unter anderem sicherlich. Aber das ist nicht dasselbe.
Wäre das Leben noch genauso interessant, aufregend, tragisch, spannend und vor allem LEBENSwert, wenn wir bereits wüssten, was wird?
Ich sage das immer so einfach: Ich will wissen, was wird.
Das ist nicht einfach, das ist unmöglich. Das ist gut so.
Der einzige Grund, weswegen ich sage, dass ich nahezu allwissend sein möchte, ist der, dass ich vorbereitet sein will. Nicht etwa in Anbetracht der Überraschungen, die das Leben für mich bereithält, sondern einzig wegen der ganzen unnötigen oder viel zu salzigen Tränen.
Ich will dann, wenn es soweit ist, etwas einen tragischen Umstand, ein kleines Unglück, eine schmerzliche Niederlage zu nennen, ein Taschentuch bereithalten können. Für mich, für andere.
Verquollene Augen sehen einfach nicht gut aus! Beschädigte Herzen fühlen sich niemals gut an. Gebrochene Knochen sind schlichtweg kein Grund, Luftsprünge zu machen.
Und wäre es nicht wirklich schön gewesen, wenn einem vorher jemand gesagt hätte: „Pack morgen lieber ne Packung Tempo ein.“
„Danke“ hätte ich dann geantwortet, „ich werde dran denken. Ich schulde dir was.“

Freitag, 11. April 2008

Probeahnen

Jungsein immer wieder
Bieder einen Schlag verkraften
Drückst du deine Augen nieder
Wie beliebige Geliebte
Seit der einen
Winterwarmen Nacht
In der von all den Kindereien
Und den harten Atemzügen
Nie auch nur die Rede war

Dienstag, 11. März 2008

längst hier

schwach sein
von Siegen keine Rede
ein bleibender Eindruck
zweisam schwerer zu verstehen
scheint das alles
zu sein
mit einem Lakendrehen
unter einem Stapel verschwinden
kleine Lichter überwinden
wie nach einer Herbstnacht
ohne Spiegelbild
das uns nicht finden
will und kann.

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Heldenepos

Wie die Nacht über deinen Traum
von nun an legt
das eine um das andere sich dir
bewegt und kühl und lächelnd
an dein Herz
die Stimme deiner Adern
sie ruft bereits so mutig
sodass es maßlos scheint
ihr keine Acht zu geben

Die Zeiten deines Aufbruchs
sind Jahre her
dein Atem kaum in Einklang
mit Verständnis und Begehren
indem die Reste einer Reise
zögernd, leise wiederkehren
begreifst du
nie wirst du ertragen
den Moment, wenn deine Helden
nach ihrem Epos fragen